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Corentin Boubay entwickelt eine künstlerische Praxis an der Schnittstelle von Bild, Klang und Performance. Derzeit befindet er sich im letzten Jahr des Masterstudiengangs «Hors Format» an der Haute École des Arts du Rhin (HEAR), wo er sich mit der Gestaltung immersiver Umgebungen auseinandersetzt. Ausgehend von einer fünfjährigen Ausbildung im Film erweiterte er sein Schaffen kontinuierlich in Richtung digitaler und klangbasierter Künste und verfolgt dabei einen hybriden Ansatz zwischen analogen Verfahren und zeitgenössischen Technologien. Seit 2024 arbeitet er im Rahmen einer Forschungskollaboration mit dem CNRS am Institut Charles Sadron in Strasbourg zur Medienarchäologie und zur Bewahrung obsoleter Technologien. Seine Arbeit basiert auf Sammeln, Archivieren und technischem Recycling. Durch die Reaktivierung ausgedienter Geräte untersucht er deren Erinnerungsvermögen sowie ihr poetisches und ökologisches Potenzial. In Installationen und Performances macht er verborgene Erzählungen technischer Materialien erfahrbar.

John Cage (1912–1992) war ein US-amerikanischer Komponist, Musiktheoretiker, Künstler und einer der einflussreichsten Wegbereiter experimenteller Musik des 20. Jahrhunderts. Internationale Bekanntheit erlangte er durch seine radikale Erweiterung des Musikbegriffs, die Einbeziehung von Zufall, Stille und Alltagsgeräuschen sowie durch die Entwicklung des präparierten Klaviers. Dieses entstand ab den 1940er Jahren aus einer praktischen Notwendigkeit für Tanzproduktionen und wurde zu einem eigenständigen Klanguniversum. Cage arbeitete eng mit dem Choreografen Merce Cunningham zusammen und beeinflusste Musik, Performance, Bildende Kunst und Philosophie weit über die Neue Musik hinaus. Werke wie 4’33’’, Sonatas and Interludes, Three Dances und A Book of Music gelten heute als Meilensteine einer Musik, die Hören als offenen Prozess versteht.

Ramon De Marco (*1975) ist Sound Designer, Komponist und Klangszenograf mit internationaler Tätigkeit an der Schnittstelle von Musik, Raum und visueller Kunst. Er studierte Audio Design an der Hochschule für Musik Basel und war am Aufbau des Sound-Design-Studios von SRF Virus beteiligt. Internationale Erfahrung sammelte er als Projektleiter in der Musikabteilung von Fabrica, dem Kommunikations- und Research Center von Benetton in Treviso. Sein künstlerisches Schaffen bewegt sich zwischen elektroakustischer Komposition, Field Recording und räumlichen Klanginszenierungen. Arbeiten von ihm wurden u. a. im Centre Pompidou (Paris), bei der Experimenta Design (Lissabon) und beim Outer Ear Festival (Chicago) präsentiert. 2022 war er Artist in Residence von Pro Helvetia in Venedig.
Zentral in seiner Praxis ist Klang im Raum: Field Recordings dienen als kompositorisches Material, Lautsprecher als Instrumente zur Gestaltung spezifischer Atmosphären. Er realisierte internationale Klangprojekte und unterrichtet Sound Design und Akustik in Basel und Chur.

Nathan Gruno, * 2001, ist bildender Künstler mit Fokus auf Raum, Konstruktion und visuelle Prozesse. Geboren und aufgewachsen in der Schweiz, studiert er seit 2023 Fine Arts an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), wo er voraussichtlich 2026 seinen Bachelorabschluss erlangt.
Er versteht Kunst als Erfahrungsraum – als etwas, das nicht nur betrachtet, sondern erlebt, genutzt und betreten werden kann. Seine künstlerische Praxis verbindet handwerkliche Verfahren mit installativen und visuellen Medien und entwickelt poetische Situationen zwischen Realität und Utopie. - Ein zentrales Motiv seiner Arbeit ist die Vision eines metallischen Hausbootes als hybrider Ort von Wohnen, Gemeinschaft, Bühne und Werkstatt. Dieses Projekt – Ankerpunkt – verbindet praktische Konstruktion mit künstlerischer Idee und greift Fragen von Zusammenleben, Nachhaltigkeit, Bewegung und Freiheit auf. - In seinen Arbeiten entstehen räumliche Konstellationen, die Material, Bewegung und Wahrnehmung miteinander verknüpfen. Im interdisziplinären Kontext arbeitet Nathan Gruno mit Klang, Licht und Raum und entwickelt visuelle Ebenen, die musikalische Prozesse räumlich erweitern und erfahrbar machen.

Jürg Henneberger, *1957, Luzern, ist Dirigent und Pianist und zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der zeitgenössischen Musikszene in der Schweiz. Er studierte in Basel bei Jürg Wyttenbach sowie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Hamburg bei Klauspeter Seibel und Christoph von Dohnányi. Früh profilierte er sich als Spezialist für Neue Musik und arbeitete international mit Ensembles, Komponist:innen und Theatern.1998 gründete er das Ensemble Phoenix Basel, das er bis heute leitet. Als Dirigent und künstlerischer Leiter realisierte er bedeutende Opern- und Musiktheaterproduktionen, u. a. Werke von Mauricio Kagel, Bruno Maderna, Bernd Alois Zimmermann, Georg Friedrich Haas und Helmut Oehring, sowie zahlreiche Produktionen mit Christoph Marthaler. Neben seiner internationalen Tätigkeit war er langjähriger Präsident der IGNM Basel und prägte als Dozent und Professor an der Hochschule für Musik Basel über Jahrzehnte die Ausbildung zeitgenössischer Interpret:innen. Von 2009 bis 2022 war er Mitinitiator und künstlerischer Leiter des Masterstudiengangs Spezialisierte Musikalische Performance Zeitgenössische Musik.


Khrystyna Kirik ist eine ukrainische Klang- und Medienkünstlerin, deren Praxis sich zwischen Live-Performance, Installation, Field Recordings, Instrumenten aus gefundenen Objekten, Elektronik und Stimme bewegt. Ihre Arbeit versteht Klang als zentrales Medium, um Phänomene zu erforschen, die sich der direkten Wahrnehmung entziehen. Dabei übersetzt sie Unhörbares in sinnliche Erfahrung und verteilt Handlungsmacht auf menschliche und nicht-menschliche Materialien, Körper und Umgebungen.
Sie ist SHAPE+ Artist 2024; ihre aktuelle EP State of Latitude erschien im Januar 2026 bei Standard Deviation. Ihre Arbeiten wurden international präsentiert, u. a. beim CTM Festival Berlin, in der Kantine am Berghain, beim Conflux Festival Rotterdam, Interstice Festival Normandie, UH Fest Budapest, Sonica Presents Glasgow, Skanu Mezs White Night Riga, XJazz! Festival Berlin sowie im Le Phénix Valenciennes.


Florian Oberhauser ist Ingenieur, Musiker und Künstler aus Basel mit Ausbildung an der ETH. Er arbeitet an den Schnittstellen von Mensch und Maschine und erforscht Klang und Rhythmus mithilfe von Synthesizern, alten Geräten und Computern. Seit 2012 ist er als DJ und Musiker aktiv und Teil zahlreicher künstlerischer Kollaborationen. Er interessiert sich für Science-Fiction, Philosophie und Sozialwissenschaften. Kochen und Gespräch – mit Menschen wie mit Maschinen – gehören zu seinem Alltag. Im Zentrum seines aktuellen Projekts steht ein eigens entwickelter Synthesizer. Dieser verbindet Zufall und Kontrolle in stochastischen Klangstrukturen.
Hunderte Zeilen Code formen daraus interaktive, sich wandelnde Kompositionen.

Seraina Ramseier ist Flötistin und spezialisiert auf zeitgenössische Musik. Sie studiert im Masterstudiengang zeitgenössische Musik an der Hochschule für Musik Basel. Ihren musikalischen Weg begann sie an der Musikschule Liestal, absolvierte anschließend das PreCollege bei Isabelle Schnöller und studierte später an der Haute École de Musique de Genève bei Michel Bellavance, wo sie Bachelor- und Masterabschlüsse in Pädagogik erlangte.
Ihr besonderes Interesse an Neuer Musik führte sie zu Teilnahmen an internationalen Festivals und Akademien, darunter das Festival Archipel, die Darmstädter Ferienkurse, die Akademie des Ensemble Recherche sowie die European Creative Academy. Sie arbeitete u. a. mit dem Ensemble Nikel, dem Ensemble Ars Nova und dem Kammerorchester Basel zusammen. Als engagierte Kammermusikerin ist sie Mitgründerin des Duo Hopela, des Duo OnTime sowie des Trio Yumaraina. Seraina Ramseier setzt sich aktiv für Vielfalt in der Musik ein und ist Stiftungsrätin des ForumMusikDiversität Schweiz, in dessen Projekten sie regelmäßig mitwirkt.

Iulia-Andreea Smeu (RO/CH) ist Komponistin, Geigerin und Forscherin an den Schnittstellen von Klang, Verkörperung und Wahrnehmung. Ausgebildet in Bukarest und Bern, entwickelte sie über freie Improvisation und Sound Design eine erweiterte künstlerische Praxis. Ihre Arbeiten verbinden immersive Klangumgebungen, prozessierte Instrumente und alternative Zeiterfahrungen. Aktuell ist sie im One Year Sonology Program am Königlichen Konservatorium Den Haag eingeschrieben und absolviert die Ausbildung zur Deep Listening Facilitator am Center for Deep Listening (RPI). Ihre Werke, darunter die Projekte Phantom Limbs und Listen. Do You Remember the Sound of My Voice?, rücken das engagierte Zuhören und die klangliche Imagination in den Vordergrund und schaffen reflektierende wie partizipative Hörerlebnisse. Begegnungen mit Persönlichkeiten wie Alvin Curran, Andrea Neumann, Fred Frith und Rabih Mroué haben die Entwicklung ihrer künstlerischen Praxis nachhaltig geprägt. Seit 2024 ist sie Mitorganisatorin des Festivals Les Digitales Basel. Seit 2025 ist sie im Vorstand des ForumMusikDiversität Schweiz. https://iulia-andreea-smeu.com

Anmari Mëtsa Yabi Wili ist Pianistin, Performerin, Komponistin, visuelle Künstlerin, Texterin und Initiatorin interdisziplinärer Kunstprojekte. Sie lebt und arbeitet an Bord des Kulturfrachters Lorin zwischen Schweiz, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. Seit den späten 1980er-Jahren entwickelt sie eigenständige künstlerische Formate an den Schnittstellen von Musik, Performance, Installation und Raum, geprägt von einer konsequent interdisziplinären und grenzüberschreitenden Arbeitsweise. Ihre frühe Laufbahn begann als Konzertpianistin mit Fokus auf zeitgenössische Musik. Ab den 1990er-Jahren erweiterte sie ihre Praxis kontinuierlich um Komposition, Stimme, Performance und visuelle Medien und entwickelte eine konzeptuelle Arbeitsweise, in der Klang, Körper, Raum und Wahrnehmung gleichwertig miteinander verbunden sind. Internationale Konzert-, Ausstellungs- und Performanceprojekte führten sie – lange vor dem Kulturfrachter Lorin sowie mit und ohne Lorin – u. a. nach Basel, Strasbourg, Rotterdam, Amsterdam, Köln, Paris, Lima, Cusco, New York und New Delhi sowie in weitere Kulturzentren Europas, Nord- und Südamerikas und Asiens. 1998 gründete sie das Ensemble LE DONNE IDEALI, mit dem sie langfristige Projekte zur Sichtbarmachung von Komponistinnen und interdisziplinären künstlerischen Positionen realisierte. 2009 initiierte sie die Produktionsplattform Kulturfrachter Lorin und gründete ihre Kunstfirma d r i v i n g s o u n d s & a r t s, die als mobile Infrastruktur für künstlerische Forschung, Produktion und internationale Kooperationen dient. Anmari Mëtsa Yabi Wili arbeitet regelmäßig mit Kunstschaffenden aus Musik, Performance, Bildender Kunst und Medienkunst zusammen und verbindet künstlerische Praxis mit kuratorischer, organisatorischer und vermittelnder Tätigkeit. Seit 2020 ist sie Präsidentin des FMD, ForumMusikDiversität Schweiz.
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FMD, ForumMusikDiversität Schweiz
Vielfalt, Farbigkeit und Abwechslung im Musikbetrieb entstehen, wenn die Chancengleichheit von Frau und Mann ernst genommen wird, Brücken gebaut, Minderheiten gezielt gefördert und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Tätigkeiten des FMD richten sich an alle im Musikbereich Tätigen und Interessierten
Das FMD, ForumMusikDiversität Schweiz geht aus dem FrauenMusikForum FMF hervor, das 1982 im Zuge der zweiten Welle der Frauenbewegung gegründet wurde. Das FMD ist Kompetenzzentrum für den Themenkomplex Musik, Gender und Diversität und macht sich öffentliche Aufmerksamkeit in diesen Bereichen zur Aufgabe. www.musicdiversity.ch



